Beiträge

Rewindo: 200 alte Kunststofffenster recycelt

Derzeit wird in Primnitz das alte Gesundheitszentrum zurückgebaut. Bis zur Wende diente das 1972 errichtete, sechsstöckige Gebäude als Poliklinik für das örtliche Chemiefaserwerk und beherbergte einst 14 medizinische Fachabteilungen. 1990 übernahm die Stadt die Einrichtung und etablierte dort ein Gesundheitszentrum. Nach Errichtung eines neuen Ärztezentrums vor zwei Jahren stand das Bauwerk leer, nun erfolgt der selektive Rückbau. Im Zuge dessen wurden unter anderem über 200 ausgediente Kunststofffenster ausgebaut und dem Recycling zugeführt – eine Vorgehensweise, die mittlerweile auch bei vielen anderen Bauprojekten in ganz Deutschland so praktiziert wird.

Die Recyclingmengen sind in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. So konnte Rewindo 2018 zusammen mit seinen Recyclingpartnern mehr als 33.000 Tonnen PVC-Regranulat zurückgewinnen. Das entspricht dem Material-Output von etwa zwei Millionen recycelten Altfenstern. Europaweit sollen bis 2025 im Rahmen der Selbstverpflichtung VinylPlus insgesamt 900.000 Tonnen PVC jährlich recycelt werden. Mit ihrem Beitritt zur Circular Plastics Alliance (CPA) der EU-Kommission haben VinylPlus sowie die Fensterprofilbranche kürzlich ein weiteres Bekenntnis zur Kreislaufwirtschaft abgelegt.

Akzeptanz für Recycling weiter steigern

Die etablierte Veranstaltungsreihe „PVC-Recycler treffen PVC-Verarbeiter“ ist Ende Juni beim Bodenbelagshersteller Tarkett in Lentzweiler/Luxemburg in eine neue Runde gestartet. VinylPlus®, AGPU, AgPR, Rewindo, IVK Europe und Roofcollect® haben gemeinsam wieder zahlreiche PVC-Recycler und PVC-Verarbeiter eingeladen, um an drei Terminen in verschiedenen Regionen über das jeweilige Recycling-Angebot und die Anforderungen an Recycling-Material miteinander ins Gespräch zu kommen.

Ein Fazit des ersten Expertentreffens: Die Bedeutung des Recyclings nimmt für alle Beteiligten weiter zu. Die Akzeptanz in Unternehmen und bei Verbrauchern, neue Produkte mit Recycling-Material zu verwenden, muss weiter gesteigert werden. Rund 75 Prozent der jährlichen PVC-Produktion in Deutschland wird für nachhaltige PVC-Bauprodukte eingesetzt. Die Branche ist beim Recycling von diesen Produkten bereits besonders gut aufgestellt, dazu tragen auch die Aktivitäten der AGPU und des europäischen Nachhaltigkeitsprogramms VinylPlus erheblich bei.

VinylPlus® will bis 2025 900.000 Tonnen PVC pro Jahr recyceln

VinylPlus, das Nachhaltigkeitsprogramm der europäischen PVC-Branche, ist seit Gründung im Jahr 2000 ein Vorreiter für die Kreislaufwirtschaft. Die Industrie hat von Anfang an die Forderung der Europäischen Kommission unterstützt, das Recycling von Kunststoffen weiter voranzutreiben. Zudem hat sie sich dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2025 mindestens 900.000 Tonnen PVC pro Jahr zu recyceln, was einen wesentlichen Beitrag zu dem von der Kommission für die Kunststoffindustrie gesteckten Gesamtziel von 10 Millionen Tonnen darstellt. Mit Blick auf die Zukunft hat sich VinylPlus außerdem verpflichtet, bis 2030 mindestens 1 Million Tonnen PVC pro Jahr zu recyceln.

„Seit fast 20 Jahren schafft VinylPlus die Voraussetzungen für eine Kreislaufwirtschaft, indem die Branche die Nachhaltigkeit von PVC kontinuierlich verbessert. Da unser Programm die gesamte Wertschöpfungskette –  PVC-Hersteller, Additiv-Hersteller, Verarbeiter und Verwerter – umfasst, konnten wir frühzeitig auf die Forderung der Kommission nach einer freiwilligen Selbstverpflichtung der Kunststoffbranche reagieren. Wir begrüßen diese Maßnahme, die die Weitsicht von VinylPlus bei der Umsetzung seiner ersten Selbstverpflichtung unterstreicht“, sagt Brigitte Dero, General Managerin von VinylPlus.

Dank der besonderen Rolle von VinylPlus durch die Einbindung der gesamten Wertschöpfungskette ist es dem Nachhaltigkeitsprogramm gelungen, seit 2000 mehr als 4 Millionen Tonnen PVC zu recyceln.

PVC wird aus Salz und Öl oder Erdgas hergestellt und ist einer der am weitesten verbreiteten Kunststoffe der Welt mit einem breiten Anwendungsspektrum wie Fensterrahmen, Bodenbeläge, Rohre, Kabel, Verpackungen, Sportgeräte, Möbel und medizinische Geräte.

Die Einhaltung der gesetzten Ziele ist für den Erfolg von VinylPlus essenziell. Die recycelten Mengen werden von unabhängiger Stelle verifiziert und dem VinylPlus Monitoring-Ausschuss vorgelegt, der sich aus Vertretern der Europäischen Kommission, des Europäischen Parlaments, von Verbraucherorganisationen, Gewerkschaften, Wissenschaft und Industrie zusammensetzt.

Umweltmagazin: „Etabliertes Recycling von PVC-Bauprodukten“

In der aktuellen Juli-Ausgabe des UMWELTMAGAZINS (Springer-VDI-Verlag) ist auf den Seiten 27 und 28 ein neuer Fachbeitrag von AGPU-Geschäftsführer Thomas Hülsmann und AGPU-Redakteur Michael Friedrichs zum Thema „Etabliertes Recycling von PVC-Bauprodukten“ erschienen. Aufgrund der guten Resonanz in der Vergangenheit hat sich die AGPU zudem entschieden, den Fachbeitrag auch als Sonderdruck zu veröffentlichen.

BVSE und AGPU: Positive Entwicklung bei Recyclinglösungen für den Baustoff PVC

Anlässlich des 21. Altkunststofftages in Bad Neuenahr haben der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. (bvse) und die Arbeitsgemeinschaft PVC und Umwelt e.V. (AGPU) eine positive Zwischenbilanz für das Recycling des Baustoffes PVC gezogen. PVC hat zahlreiche langlebige Anwendungen im Baubereich. Hier sind insbesondere bewährte Produkte wie etwa Fenster, Rohre, Bodenbeläge, Dach- und Dichtungsbahnen oder Kabelummantelungen zu nennen. „Durch Aufbau und Erweiterung von mittlerweile sehr etablierten Recyclingwegen lässt sich die Nachhaltigkeit dieser Bauprodukte inzwischen gut darstellen“, macht der bvse-Kunststoffexperte Dr. Thomas Probst deutlich.

PVC-Recycling im Aufwind

Der kürzlich veröffentlichte Fortschrittsbericht von VinylPlus®, dem Nachhaltigkeitsprogramm der europäischen PVC-Branche, hat gezeigt, dass sich das PVC-Recycling weiterhin im Aufwind befindet. So konnten 2017 insgesamt 639.648 Tonnen recyceltes PVC registriert und die Menge im Vergleich zu den Vorjahren (560.492 Tonnen in 2016) gesteigert werden. Damit sind mittlerweile fast 80 Prozent des angestrebten Jahresziels von 800.000 Tonnen für 2020 erreicht. Maßgeblichen Anteil hieran haben die Recyclingaktivitäten in Deutschland. Anfang der 1990er Jahre hat man damit begonnen, Recyclinganlagen zu errichten und Sammelsysteme aufzubauen oder weiter zu optimieren. „Mittlerweile gibt es in Deutschland etwa 70 Betriebe, die mit dem Recycling von PVC Geld verdienen“, so AGPU-Geschäftsführer Thomas Hülsmann.

Diverse Recyclinginitiativen

Knapp 73 Prozent des jährlich hergestellten PVC wird im Baubereich eingesetzt und  wie in der Produktion sind folglich auch in der Abfallwirtschaft PVC-Bauprodukte mengenmäßig am bedeutendsten. Um die Verwertung kümmern sich in Deutschland diverse Recyclinginitiativen, wie die AgPR Arbeitsgemeinschaft PVC-Bodenbelag Recycling und RoofCollect (Dachbahnen). Für Fenster hat die Rewindo GmbH mit ihren Recyclingpartnern ein flächendeckendes Rücknahmesystem eingerichtet. 2017 konnten insgesamt rund 100.000 Tonnen PVC-Regranulat aus Altfenstern und Produktionsabschnitten gewonnen werden. Seit Anfang 2005 bilden die Rohr-Recycling GmbH & Co. KG in Westeregeln und der Kunststoffrohrverband e.V. (KRV) eine Allianz, um die Verwertungsmengen zu steigern. Diese Initiative nimmt PVC-Rohre bundesweit zurück und sorgt für die Verwertung der Altprodukte.

Aus Alt mach Neu

Vorwiegend das Mittel der Wahl in diesem Prozess ist nach wie vor das werkstoffliche Recycling. Hierbei wird aus den ausgedienten Produkten ein Rohstoff gewonnen, der wieder in neuen Anwendungen verwendet werden kann. So ist das beim Fensterrecycling gewonnene Regranulat in neuen Fensterprofilen, ummantelt mit PVC-Neumaterial, als Recyclatkern zu finden. Der Einsatz der PVC-Recyclingprofile ist mittlerweile Standard. Anwendbar ist dieses Prinzip auch für PVC-Böden und -Rohre, bei denen das Regranulat auf der Unterseite bzw. in der Mittelschicht eingesetzt werden kann. Etablierte, langlebige Produkte werden schließlich – zum Teil als Mischfraktion – auch aus alten PVC-Kabelummantelungen hergestellt. Hier reicht die Palette vom Bakenfuß, über Schächte und Bretter bis zum widerstandsfähigen Industriebodenbelag. Die Hersteller solcher Produkte finden sich auch im PVC-Recyclingfinder der AGPU.

Altkunststofftag in Bad Neuenahr

Vom 12. bis 13. Juni lädt der bvse-Fachverband Kunststoffrecycling in diesem Jahr bereits zum 21. Mal, zum Internationalen Branchentreff nach Bad Neuenahr ein. Auf der zweitägigen europäischen Branchentagung stehen aktuelle Themen des Kunststoffrecyclings auf dem Vortrags- und Diskussionsprogramm. Eine ideale Netzwerk- und Informationsplattform bietet an beiden Tagungstagen das Ausstellerforum.

PVC-Recycler treffen PVC-Verarbeiter am 22.09. in Stuttgart

Nach dem erfolgreichen ersten regionalen Treffen der Veranstaltungsreihe „PVC-Recycler treffen PVC-Verarbeiter“ Ende Juni in Troisdorf geht die gemeinsame Veranstaltung von AGPU und VinylPlus am 22.September 2015 bei der IHK Stuttgart in die nächste Runde. Rund 15 Teilnehmer haben ihr Kommen bereits zugesagt. Weitere Anmeldungen werden aber noch entgegengenommen.

Im Fokus der Veranstaltung stehen das persönliche Gespräch, die Möglichkeit, sich zu Beginn mit dem individuellen Angebot und Bedarf vorzustellen und das eigene Netzwerk zu erweitern. Bei Interesse können Sie gerne Kollegen und Geschäftspartner zu der Veranstaltung einladen. Wir stellen Ihnen hierfür gerne die Einladungsunterlagen zur Verfügung.

Das nächste und zugleich letzte „PVC-Recycler treffen PVC-Verarbeiter“-Treffen findet dann am 12. November bei VEKA Umwelttechnik in Hörselberg-Hainich statt.