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Best Practice für die Umwelt: Dokumentation erschienen

Im Sommer ist nach zwei Jahren Laufzeit die Aktion „Best Practice für die Umwelt“ von AGPU, Rewindo und AgPR zu Ende gegangen. Ihr Ziel: die Ermittlung und Begleitung von Recyclingprojekten im Bereich Abbruch, Rückbau und Demontage, bei denen beispielsweise PVC-Altfenster oder PVC-Bodenbeläge anfallen und über die Recycling-Systeme von AgPR und Rewindo wiederverwertet werden. Eine 28 Seiten starke Dokumentation stellt ausgewählte Projekte im Zeitraum Sommer 2016 bis Sommer 2018 vor.

Erstes Altfensterrecyclingprojekt in Bremen

Wie sich ausgediente Kunststofffenster bei energetischen Sanierungen umweltfreundlich recyceln lassen, zeigt die Modernisierung der Wohnanlage „Wohlers Eichen“ in Bremen. Das Wohnungsunternehmen Vonovia SE lässt zurzeit die Gebäude nahe den Freihäfen der Hansestadt mit 256 Wohnungen in vier Bauabschnitten renovieren. Dabei erhalten unter anderem die Fassaden eine zusätzliche Wärmedämmung und neue, energiesparende Kunststofffenster. Die anfallenden rund 800 Altfenster von Anfang der 1990er Jahre werden direkt an der Baustelle gesammelt und im Anschluss werkstofflich recycelt. Das dabei zurück gewonnene PVC-Granulat ist Ausgangsstoff für neue Kunststofffenster mit Recyclatkern.

In Bremen ist es das erste Fensterrecyclingprojekt dieser Art und Größenordnung. „Diese Methode, die in punkto Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz ganz im Sinne der funktionierenden Kreislaufwirtschaft ist, gilt heute als ‚best practice‘ bei der Entsorgung von PVC-Bauprodukten“, so Rewindo Michael Vetter. Realisiert wird diese Recyclingprojekt von der Dekura mit Unterstützung durch Rewindo und AGPU.

Best Practice für die Umwelt: 700 Fenster ausgetauscht

Die energetische Sanierung der Sekundarschule Nord in Jessen (Elster) gilt als lehrreiches Beispiel in Sachen Umwelt. Das dreigeschossige Hauptgebäude sowie ein zweigeschossiger Kopfbau aus dem Jahr 1978 erhält bis 2019 bei laufendem Schulbetrieb eine moderne Wärmedämmung für die Fassaden und Zwischendecken zum Dach. Ferner sorgen nun neue Kunststofffenster mit Dreifachverglasung für eine zusätzliche Verbesserung der Energiebilanz. Auch bei diesem öffentlich geförderten Sanierungsvorhaben werden die rund 700 ausgedienten PVC-Altfenster aus den Jahren 1995 bis 1998 nach dem Ausbau nicht in der Müllverbrennungsanlage entsorgt, sondern recycelt und später wiederverwertet.

Das Bauprojekt in Jessen ist Teil der Länder übergreifenden Aktion „Best Practice für die Umwelt“. Hierbei wurden in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen beispielhafte und nachhaltige Bauvorhaben, bei denen PVC-Bauprodukte werkstofflich recycelt werden, ermittelt und dokumentiert. Initiiert wurde die von mehreren regionalen und bundesweiten Verbänden sowie Unternehmen aktiv unterstützte Umweltaktion von der Rewindo GmbH Fenster-Recycling-Service, Bonn, der Arbeitsgemeinschaft PVC-Bodenbelag Recycling (AgPR), Marl, und der Arbeitsgemeinschaft PVC und Umwelt e.V. (AGPU), Bonn.

Kölner Wohnungseigentümer werden zu Rohstofflieferanten für die Fensterproduktion

In den letzten Zügen liegen mittlerweile die Arbeiten am Wohnkomplex Alte Apotheke/Ecke Schmittgasse im Kölner Stadtteil Zündorf. Im Rahmen einer energetischen Sanierung des Anfang der 1980er Jahre errichteten Gebäudes werden etwa 600 ausgediente PVC-Fenster gegen neue hochwärmedämmende Kunststofffenster mit modernen GEALAN-Profilen des Fensterbauers Meeth aus Wittlich ausgetauscht. Das Besondere bei diesem von der KfW geförderten Projekt ist jedoch, dass die Eigentümer der insgesamt 88 Wohnungen nicht nur von den Entwicklungen im Profilbereich profitieren, sondern am Ende sogar selbst zu Rohstofflieferanten für die Fensterproduktion werden.

Urban Mining in Köln-Zündorf

Denn die ausgedienten alten Kunststofffenster landen nicht etwa in der Müllverbrennung. Stattdessen werden die Fenster recycelt und aus ihnen wieder PVC-Rohstoff gewonnen, der problemlos bei der Produktion von neuen Fenstern erneut eingesetzt werden kann. Aus den alten Zündorfer Fenstern entstehen also wieder neue. Angestoßen wurde die Idee zur Rohstoffgewinnung vom ausführenden Montagebetrieb Sesterhenn GmbH & Co. KG aus Mülheim-Kärlich, einem Familienunternehmen, das mittlerweile auf eine 125jährige Firmentradition zurückblicken kann. Die Expertise konnte nicht nur die Wohnungsbesitzer, vertreten durch die Kölner quick immobilien Verwaltungs GmbH, überzeugen. Auch Axel Klein vom Architekturbüro rix2, zuständig für Planung und Bauleitung, zeigt sich vom Urban Mining in Köln-Zündorf angetan: „Wir kannten die Möglichkeit, Kunststofffenster zu recyceln bislang nicht. Das ist aktiver Umweltschutz und im Übrigen auch zu guten Konditionen. Ein Lösungsansatz, den wir weiterempfehlen werden.“

Bundesweiter Service

Organisiert wird die Wiederverwertung alter Kunststofffenster, -rollläden und -türen in Deutschland von der Rewindo GmbH, Fenster-Recycling-Service, mit Sitz in Bonn, die mit ihren Recyclingpartnern einen bundesweit flächendeckenden Abholservice realisiert. Zusätzlich will man auch Besitzern von kleineren Mengen Altfenstern den Zugang zum System noch einmal erleichtern: „Für all diejenigen, die kleinere Mengen Altfenster nicht lagern können oder wollen, bauen wir derzeit ein Annahmenetz für Kleinstmengen auf. Hier im Rheinland sind wir da schon gut aufgestellt. Wenn also das ein oder andere Einfamilienhaus hier in Zündorf saniert werden soll, haben wir auch dafür eine Lösung parat“, so Rewindo-Geschäftsführer Michael Vetter.

Eingespielte Partner

Die alten Fenster vom aktuellen Projekt übernimmt zunächst der Rewindo-Logistikpartner Biotrans GmbH aus Schwerte. Nach dem Abtransport werden sie dort für einen möglichst effizienten Recyclingprozess vorkonfektioniert. Dabei werden nach der Entglasung, Metalle und weitere Stoffe vom Kunststoff getrennt und an Recycler für die Wiederaufbereitung weitergeben. Die weitaus größte Fraktion, das PVC-Material, wird schließlich vorgebrochen an die Recyclingexperten der VEKA Umwelttechnik GmbH in Hörselberg-Hainich geliefert, wo es in einer modernen Recyclinganlage schließlich werkstofflich recycelt wird. Es entsteht ein PVC-Mahlgut, das als Ausgangsmaterial für hochwertiges Granulat verwendet wird.

So gut wie neu

In den neuen Fensterprofilen ist der wiedergewonnene Rohstoff als Recyclatkern zu finden, der außen mit PVC-Neumaterial ummantelt wird. Alle anerkannten Vorteile des Kunststofffensters, wie Langlebigkeit, Stabilität, geringer Wartungsaufwand, vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten und hohe Recyclingfähigkeit, bleiben beim Recyclingprofil erhalten. In technischer und bauphysikalischer Hinsicht also genauso so gut wie neu, helfen die Recyclingprofile darüber hinaus bei der Vermeidung schädlicher Treibhausgase. So spart jede Tonne PVC-Recyclat, das in der Profilherstellung zum Einsatz kommt im Vergleich zu Primär PVC rund 1,87 Tonnen CO2. Der Einsatz der Recyclingprofile ist mittlerweile Standard und der Markt für Kunststofffenster mit Recyclatkern wächst stetig. Gut möglich also, dass der Zündorfer Rohstoff schon bald in einem neuen GEALAN-Profil wiederzufinden ist.

Urban Mining: 600 alte PVC-Fenster ausgebaut und recycelt

In Würzburg werden derzeit zehn Wohnblöcke mit 144 Wohnungen und einer Geschossfläche von rund 15.000 Quadratmetern zurückgebaut. Die Gebäude wurden zwischen 1950 und 1956 errichtet und entsprachen nicht mehr den heutigen Ansprüchen an Umweltschutz und Wohnambiente. Ein kommunales Wohnungsunternehmen entschloss sich daher zum Abriss und Neubau von Wohnimmobilien nach modernem Standard. Im Rahmen der Maßnahmen wurden auch 600 alte PVC-Fenster ausgebaut und dem werkstofflichen Recycling zugeführt.

Das Abbruchunternehmen arbeitet bei diesem Projekt mit Rewindo zusammen, dem bundesweit tätigen Service-Dienstleister für PVC-Altfensterrecycling, sowie Dekura als Recyclingpartner.

Fenstererneuerung im Industriepark Troisdorf – Alte Fenster liefern neuen Rohstoff

Das Gebäude 56 im Troisdorfer Industriepark, auch bekannt unter dem Namen „Haus der Technik“, war jahrelang die Schaltzentrale der HT Troplast AG. Heute beherbergt das Gebäude die Verwaltung der profine GmbH, einer der führenden Hersteller von Kunststofffenster-Profilen.

Um das Gebäude nun fit für die Zukunft zu machen, werden derzeit die über 200 alten Fenster gegen neue wärmedämmende Kunststofffenster getauscht. So wird die Energiebilanz deutlich verbessert und die Umwelt geschont. Zum Einsatz kommen hierbei natürlich die hochmodernen Profile von profine.

Der Nachhaltigkeitsgedanke leitet die T-Park GmbH, der heutigen Eigentümerin des Industrieparks zusammen mit dem ausführenden Fensterbauunternehmen ROLF Fensterbau GmbH aus Hennef jedoch auch bei den alten ausgebauten Kunststofffenstern. Nach Jahren im Einsatz werden diese nun über das bundesweit flächendeckend agierende System der Rewindo GmbH, Fenster-Recycling-Service, mit Sitz in Bonn wiederverwertet. Dabei wird der wieder gewonnene Rohstoff genau dort eingesetzt, woher er eigentlich stammt: Aus alten Fenstern entstehen wieder neue.

In den neuen Fensterprofilen ist das Regranulat, ummantelt mit PVC-Neumaterial, dann als Recyclatkern zu finden. Der Einsatz der Recyclingprofile ist mittlerweile Standard und der Markt für Kunststofffenster mit Recyclatkern wächst stetig. Alle anerkannten Vorteile des Kunststofffensters, wie Langlebigkeit, Stabilität, geringer Wartungsaufwand, vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten und hohe Recyclingfähigkeit, bleiben beim Recyclingprofil erhalten. In technischer und bauphysikalischer Hinsicht also genauso so gut wie neu, helfen die Recyclingprofile darüber hinaus bei der Vermeidung schädlicher Treibhausgase. So spart jede Tonne PVC-Recyclat, das in der Profilherstellung zum Einsatz kommt im Vergleich zu Primär PVC rund 1,87 Tonnen CO2. Als Gründungsgesellschafter der Rewindo ist nicht zuletzt die profine maßgeblicher Treiber und Nutzer dieser Entwicklungen.

Das werkstoffliche Recycling der gebrauchten Kunststofffenster aus Troisdorf erledigen in hochmodernen Recyclinganlagen die Mitarbeiter der Dekura GmbH aus Höxter. Wiederverwertet werden hier u.a. Fensterrahmen und Altrollladen aus Deutschland und Europa. Ein praxiserprobtes Sammelsystem mit bedarfsorientierten Behältern ermöglicht dabei flächendeckend eine schnelle und flexible Übernahme des Altmaterials. Im Werk entsteht schließlich ein PVC-Mahlgut, das als Ausgangsmaterial für hochwertiges Granulat verwendet wird. Für die Recyclingexperten aus Höxter ist ihr Kerngeschäft jedoch noch nicht genug in Sachen Nachhaltigkeit. Durch die sortenreine Abtrennung verschiedener Metalle und anderer Fraktionen werden nebenbei auch weitere Rohstoffe aus den alten Fenstern für die Wiederverwertung gewonnen.

Dekura ist einer der Recyclingpartner der Rewindo, die seit 2002 das Recycling alter Kunststofffenster, -rollladen und -türen bundesweit mit wachsendem Erfolg organisiert. So konnten 2016 mehr als 29.000 Tonnen PVC-Regranulat gewonnen werden. Dies entspricht nahezu 1,8 Millionen recycelter Altfenster. Hinzu kommen über 74.000 Tonnen Produktionsabfall. Aufgaben und Maßnahmen der Rewindo stehen im Einklang mit den Nachhaltigkeitszielen der freiwilligen Selbstverpflichtung der europäischen PVC-Branche, VinylPlus.

Alte Kunststofffenster sollen wiederaufleben

In der Koblenzer Altstadt wird derzeit ein mehrstöckiges, architektonisch herausstechendes Wohn- und Geschäftshaus aus der Vorkriegszeit mit 27 Wohnungen, Penthouse und Büroflächen energetisch saniert. Mit der Besonderheit: Die alten 89 PVC-Fenster und zusätzliche 24 Balkonelemente werden nach Ausbau und Austausch gegen neue energiesparende Kunststofffenster nicht wie sonst noch zu häufig üblich in der Müllverbrennungsanlage entsorgt, sondern in den Anlagen der VEKA Umwelttechnik GmbH in Hörselberg-Hainich nahe Eisenach recycelt und wiederverwertet.

Die PVC-Altfenster werden hier zunächst geshreddert und weiter zerkleinert. Dann erfolgt in unterschiedlichen Verfahren die sortenreine Trennung in Metall, Gummi, Glasreste und Kunststoff. Letzterer wird extrudiert und durch einen Schmelzefilter gepresst, um letzte Fremdpartikel zu separieren. Das dabei zurück gewonnene reine PVC-Granulat ist schließlich der Ausgangsstoff für neue Kunststofffenster mit Recyclatkern, die sich steigender Nachfrage erfreuen.

Bundesweit hat Rewindo in vergangenen Jahr knapp 30.000 Tonnen Granulat aus alten PVC-Fenstern, -Rollladen und -Türen zurückgewonnen – das entspricht etwa 1,8 Millionen Fenstereinheiten.

PVC-Recycling: Rekordprojekt in Franken

Ende Oktober 2017 fiel der Startschuss für ein in mancherlei Hinsicht rekordverdächtiges Bauprojekt. In Schweinfurt wird derzeit eine ehemalige Siedlung der US-Streitkräfte, die sich heute im Besitz der Stadt befindet, abgerissen und durch ein Neubaugebiet ersetzt. Bis 2019 werden die Arbeiten auf dem 28 Hektar großen Areal mit 34 dreigeschossigen Wohnzeilen und 13 Doppelhäusern voraussichtlich andauern. Der Rückbau erfolgt nach modernen und umweltgerechten Standards, was nicht nur eine Trennung der unterschiedlichen Baustoffe beinhaltet, sondern auch deren Recycling.

Neben einer größeren Menge an ausgedienten PVC-Bodenbelägen werden beim Abbruch der Siedlung auch rund 2.500 Kunststoff-Altfenster ausgebaut, in Containern gesammelt, anschließend werkstofflich recycelt und zu Fenster- und Bauprofilen wiederverwertet.  Das Projekt in Schweinfurt gehört zu den bundesweit vier größten Recyclingprojekten für PVC-Altfenster der letzten zehn Jahre – und im Freistaat Bayern stellt das Projekt sogar einen Recyclingrekord auf. Begleitet wird das Projekt von der Arbeitsgemeinschaft PVC und Umwelt e.V. (AGPU), von Rewindo Fenster-Recycling-Service GmbH, von der Arbeitsgemeinschaft PVC-Bodenbelag Recycling (AgPR), vom europäischen Wirtschaftsverband für Hersteller von PVC-Fensterprofilsystemen und verwandten Bauprodukten (EPPA ivzw) sowie vom Recycling-Unternehmen Dekura GmbH.

Im Rahmen eines Pressetermins stellten AgPR, AGPU, Rewindo und Dekura zusammen mit dem Rückbauunternehmen am 25. Oktober die PVC-Recyclingaktivitäten vor Ort vor. Neben Vertretern der lokalen Medien berichtete auch der Bayrische Rundfunk dabei.